Eisenhüttemuseum Dalsbruk

Taalintehdas ist ein historisches Eisenhüttendorf inmitten unberührter Natur. Mit seinen charmanten Holzhäusern, einem idyllischen Gästehafen, Hotels, Restaurants und zahlreichen weiteren Angeboten hat sich Taalintehdas zu einem beliebten Reiseziel für Touristen entwickelt.

Das aktive Eisenhüttendorf ist von Meer, Seen und Wäldern umgeben. Besonders lohnenswert ist ein Besuch der ausgeschilderten Wanderwege, die sich durch die abwechslungsreiche Landschaft schlängeln – vorbei an Seen, durch schattige Wälder und über schroffe Klippen mit windgebeugten Kiefern. Der Aufstieg auf den Senatsberget wird mit einem atemberaubenden Blick auf das Schärenmeer belohnt. Im Dorf Taalintehdas führt der Ruukinkävely-Pfad durch die Ortschaft und bietet eine spannende Reise durch Vergangenheit und Gegenwart.

Das ganze Jahr über finden in Taalintehdas zahlreiche Veranstaltungen statt. Zu den größten gehören das Baltic Jazz Festival, das Norpas Festival, September Open sowie die Weihnachtsmärkte. Der Wochenmarkt wird jeden Mittwoch von 9 bis 13 Uhr abgehalten. In den Sommermonaten zieht er Dutzende von Händlern und noch mehr Besucher an. Der Markt ist ein zentraler Treffpunkt für Einheimische und Sommergäste gleichermaßen.

ERIH Mitglied
Industriekulturroute Südwestfinnland

Taalintehtaan Ruukkimuseo
Tullimäentie 7
25900 Taalintehdas

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Highlights

Denkmalgeschützte Gebäude
Festivals
Kinderveranstaltungen
Führungen durch das Eisenwerk

Geschichte

Dalsbruk (auch bekannt als Taalintehdas) ist eines der ältesten Eisenhüttenwerke Finnlands und wurde ursprünglich im Jahr 1686 gegründet. Die Eisenhütte wurde von Daniel Faxell gegründet, der später in den Adelsstand erhoben wurde und den Namen Cronmarck trug. Ausschlaggebend für die Gründung war die günstige Lage: ein tiefer Naturhafen, große Waldbestände und ausreichend Wasserkraft boten ideale Bedingungen für die Eisenverarbeitung.

Der Name Dalsbruk (bzw. Taalintehdas) tauchte erstmals 1704 in schriftlichen Quellen auf. 1724 kaufte der Kaufmann Mikael Hising die Eisenhütte und ließ den verfallenen Hochofen instand setzen. Da die Wasserkraft in Dalsbruk unzureichend war, errichtete Hising ein Veredelungswerk – eine Hammermühle – am See Björkboda. Dort wurde das in Dalsbruk produzierte Roheisen zu Schmiedeeisen weiterverarbeitet. Nach Hisings Tod ging die Anlage an die Familie Petersen über, die sie über drei Generationen betrieb – zuletzt unter Wolter af Petersén. Dessen Ehefrau Charlotte (geb. Hästesko) soll der Legende nach als „Svarta Damen“ (die Schwarze Dame) im Gebiet spuken.

1834 übernahm Carl August Ramsay, der mit Wolters Tochter verheiratet war, die Leitung von Dalsbruk. Ramsay war ein Reformer: 1836 ließ er die ersten Koksöfen in Dalsbruk errichten – ein technologischer Meilenstein. Nach seinem Tod wurde das Eisenwerk aufgeteilt: Dalsbruk fiel an seinen Sohn Wolter Ramsay, während Björkboda an dessen Bruder ging.

Wolter Ramsay baute eigene Veredelungsanlagen und errichtete ein Walzwerk auf der Insel Skeppsholmen vor Dalsbruk. Diese wurde später zu Valsverksholmen – dem industriellen Zentrum des Ortes. 1860 nahm das Walzwerk seinen Betrieb auf, was den Übergang von handwerklicher zu industrieller Produktion markierte. Dadurch stieg der Arbeitskräftebedarf erheblich, und bis in die 1880er-Jahre kam es zu einem stetigen Zustrom von Arbeitskräften nach Dalsbruk.

Der technische Fortschritt setzte sich kontinuierlich fort: 1879 wurde in Dalsbruk Finnlands erster Siemens-Martin-Ofen errichtet. Als dieser 1978 stillgelegt wurde, war er der letzte seiner Art im ganzen Land.

In den 1870er- und 1880er-Jahren entstand ein lokales Eisenbahnnetz, das die Werksanlagen und Verladestellen miteinander verband. Auch ein chemisches Labor sowie die Fabrik und die angrenzende Werksiedlung wurden mit elektrischer Beleuchtung ausgestattet.

Zwischen 1937 und 1938 wurde das Werk von Oy Wärtsilä Ab übernommen. In der Nachkriegszeit erlebte Dalsbruk ein beispielloses Wachstum. Ein großer Teil der Produktion wurde im Rahmen der Kriegsreparationen in die Sowjetunion geliefert.

In den 1970er-Jahren beschäftigte das Stahlwerk von Dalsbruk fast 1.200 Menschen. Doch in den frühen 1980er-Jahren traf die Stahlkrise auch Dalsbruk: Das Stahlwerk und die Gießerei wurden geschlossen. Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten wurde der Betrieb mit reduzierter Belegschaft fortgeführt – bis schließlich 2012 das Walzwerk unter dem Namen FN-Steel in Konkurs ging. Damit endete die jahrhundertelange Industriegeschichte von Dalsbruk.

Links

Lernen Sie die Site besser kennen und erkunden Sie sie weiter!

https://www.visitkimitoon.fi/en/
https://bruksmuseum.fi/en/home/
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Lernen Sie die Regionalroute kennen:

Schauen Sie sich die South West Finland Regional Route: https://teollisuusperintoreitti.fi/en/lounaissuomi-de/
Auch auf der ERIH-Seite: http://www.erih.de/da-will-ich-hin/regionalroute/sued-west/

Eisenhüttemuseum Dalsbruk auf der Europäischen Route des Industrieerbes – Seite: