Finnisches Arbeitermuseum Werstas

Im ehemaligen Finlayson-Baumwollwerk befindet sich heute das größte kostenlose Museum Finnlands: Werstas. Im Werstas, dem Finnischen Arbeitsmuseum, erwarten Besucher zahlreiche wechselnde Ausstellungen sowie das Industriemuseum und das Dampfmaschinenmuseum.

Die zentrale Ausstellung mit dem Titel „United“ erzählt die Geschichte der Arbeiterbewegung aus der Perspektive ganz normaler Menschen – von den Anfängen im 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Im Industriemuseum kann man über 200 Jahre Industriegeschichte von Tampere erleben. Die Ausstellung zeigt, wie sich Tampere im 19. Jahrhundert zur größten Industriestadt Finnlands entwickelte – dem „Manchester Finnlands“.

Ein besonderes Highlight ist das Dampfmaschinenmuseum, das die gewaltige Sulzer-Dampfmaschine zeigt, die einst das Finlayson-Werk antrieb. Diese über 120 Jahre alte Maschine aus der Schweiz steht noch immer an ihrem ursprünglichen Platz – heute als beeindruckendes Ausstellungsstück. Mit 1.650 PS und einem Schwungrad von über 8 Metern Durchmesser ist sie die größte je in Finnland eingesetzte Dampfmaschine.

Ein Besuch im ausgezeichneten Museumsshop von Werstas lohnt sich: Hier findet man hochwertige und originelle Souvenirs – von „Slave of Labour“-Tassen bis zu Socken mit schwarzer Wurst. Zudem bietet Werstas komfortable Räume für Tagungen und Veranstaltungen aller Art.

ERIH Mitglied

Työväenmuseo Werstas
Väinö Linnan aukio 8
33210 Tampere

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Highlights

Die größte Dampfmaschine, die in Finnland verwendet wird!
Das Museum befindet sich in der alten Fabrikhalle der Finlayson-Fabrik.
Tamperes berühmte Schuhproduktion!
Ältestes Gebäude im Finlayson-Gebiet.

Geschichte

Die Finlayson-Fabrik wurde im Jahr 1820 gegründet, als der schottische Unternehmer James Finlayson nach Tampere kam. Damals zählte die Stadt weniger als 1.000 Einwohner und erinnerte eher an ein ländliches Dorf. Finlaysons ursprüngliche Idee war es, eine Firma zur Herstellung von Spinnmaschinen zu gründen. Nach einem gescheiterten Start und drohender Insolvenz begann er jedoch, selbst Garn zu spinnen – und legte damit den Grundstein für die finnische Textilindustrie.

James Finlayson selbst war kein besonders erfolgreicher Geschäftsmann, und so verkaufte er die Fabrik 1836 an russische Unternehmer aus St. Petersburg. Unter der neuen Leitung wuchs das Werk schnell, und die Stadt Tampere entwickelte sich rund um die Finlayson-Fabrik. Ihr Einfluss war nicht nur für die Stadtentwicklung, sondern auch für die finnische Gesellschaft insgesamt bedeutend.

Von den ursprünglichen Gebäuden aus Finlaysons Zeit ist keines erhalten. Das älteste noch bestehende Bauwerk auf dem Gelände ist das Kuusvooninkinen, das 1837 fertiggestellt wurde. Die letzten Fabrikgebäude wurden in den 1960er-Jahren errichtet. Der frühere Fabrikhof ist heute der Väinö-Linna-Platz, benannt nach dem berühmten Schriftsteller, der in der Mitte des 20. Jahrhunderts bei Finlayson arbeitete – und wohl einer der bekanntesten ehemaligen Mitarbeiter ist. Bis in die 1920er-Jahre war Finlayson der größte Industriekomplex in ganz Skandinavien, mit bis zu 3.000 Beschäftigten auf dem Höhepunkt der Produktion.

In den 1990er-Jahren geriet die heimische Textilproduktion durch die Öffnung der Märkte und den Import billigerer Waren unter Druck. Dies führte schließlich zur Einstellung der industriellen Tätigkeit bei Finlayson. Anfang der 1990er-Jahre endete die Produktion vollständig, und das Gelände erhielt eine neue Zukunft.

Im November 1993 öffnete das Finnische Arbeitsmuseum erstmals in den alten Fabrikgebäuden seine Türen für die Öffentlichkeit. Zunächst in bescheidenem Umfang, zog das Museum im Jahr 2001 in das modern renovierte Gebäude der ehemaligen Garnfärberei am Väinö-Linna-Platz um und wurde in Finnisches Arbeitsmuseum Werstas umbenannt. Seither hat es sich zu einem erfolgreichen und vielseitigen Museumszentrum entwickelt. 2002 kam das Dampfmaschinenmuseum hinzu, und 2021 wurde in Zusammenarbeit mit Vapriikki das Industriemuseum eröffnet.

Heute ist das Finlayson-Gelände wieder ein lebendiges Viertel mit zahlreichen Unternehmen, Restaurants, Kunstgalerien, zwei Museen und einem Hotel.

Links

Lernen Sie die Site besser kennen und erkunden Sie sie weiter!

https://www.tyovaenmuseo.fi/en/
https://finlaysoninalue.fi/en/homepage/

Lernen Sie das finnische Arbeitsmuseum Werstas auf YouTube kennen:

https://www.youtube.com/watch?v=TgAfH3if4cU Tampere the city of factories -video
https://www.youtube.com/watch?v=6toYj8ASxwI Kuusvooninkinen
https://www.youtube.com/watch?v=dLEuEupqajI Puuvillatehtaankatu
https://www.youtube.com/watch?v=iwwvxvz6pIM&t=47s Tehtaan piippu ja höyryvoima
https://www.youtube.com/watch?v=sguD8ZSpFso&t=28s Plevna

Werstas auf der Europäischen Route der Industriekultur -Seite:

https://www.erih.de/da-will-ich-hin/site/finnisches-arbeitermuseum-werstas